Jazz lernen !
 

 

Service - Jazz-Musiker Biographien

Miles Davis

 

 

Miles Davis gilt als eine der bekanntesten Persönlichkeiten des Jazz - sein exzessiver Lebensstil war ein gefundenes Fressen für die Boulevardpresse. Dabei wird leider nur zu oft seine Rolle als Entwickler neuer Jazz-Stile in den Hintergrund gedrängt. Ständig auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen widmete er sich immer neuen Stilen und gab im Zuge dessen auch jungen Musikern immer wieder die Chance, sich an seiner Seite zu beweisen. Einigen dieser jungen Musiker ermöglichte die Zusammenarbeit mit der Jazzgröße auch den endgültigen Durchbruch in der internationalen Szene.

Miles Davis zeichnete sich vor allem durch seine Experimentierfreude aus: Er gab sich nie mit einem Stil zufrieden, sondern suchte immer neue innovative Wege, seine Musik zu gestalten. Sein Repertoire reichte so von Be Bop und Cool Jazz (in der Anfangsphase) über Fusion bis hin zu HipHop-Jazz (in Form des 1991er Albums Doo-Bop). Seine Ensembles stellte Davis immer ohne Rücksicht auf Hautfarbe oder Herkunft zusammen; ein Umstand, der ihn in einem von der Rassentrennung geprägten Land nicht nur Sympathien einbrachte.

Die Jazz-Legende wurde am 26.Mai 1926 in Alton, Illinois geboren. Als Sohn eines verhältnismäßig gut verdienenden Zahnarztes verbrachte er seine Kindheit in einem Viertel ohne Rassentrennung in East-St. Louis und begann bereits mit neun Jahren Trompete zu spielen. Im Alter von 18 Jahren zog er mit dem Vorwand, die Juilliard School of Music zu besuchen, nach New York. Dort angekommen suchte er aber lieber Kontakt zu den Jazzgrößen Dizzy Gillespie und Charlie Parker und brach nach wenigen Semestern sein Studium ab. In Zusammenarbeit mit Charlie Parker entstanden 1945 auch Davis´ erste Studioaufnahmen. Die Heroinabhängigkeit Parkers beendete deren Zusammenarbeit jedoch wenig später und Miles Davis begann sich verstärkt auf eine Solokarriere zu konzentrieren. Im Zuge dessen begann auch die Zusammenarbeit mit Gil Evans, die (mit Unterbrechungen) 20 Jahre anhalten sollte.

 

Obwohl sich New York anfänglich äußerst fruchtbar auf die Karriere des jungen Miles Davis auswirkte, zeigten sich mit zunehmender Zeit auch die Schattenseiten der Weltstadt. Wie viele damalige Größen der Jazzszene wurde auch Davis drogenabhängig. Seine noch junge Karriere kam ins Stocken, er machte nur Aufnahmen für kleine Labels und konnte auch kein Ensemble auf längere Zeit zusammen halten. Um sich von den Drogen zu befreien ging er zurück in seine Heimatstadt und schaffte mit Hilfe seines Vaters die Rehabilitierung. Musikalisch rehabilitieren konnte sich der Trompeter mit der Aufnahme von Walkin´ für das Label Prestige.

 

 

Das endgültige Comeback fand dann in Form eines Überrraschungsauftritts beim Newport Jazz Festival (1955) statt. Dieser führte auch zu einem Vertragsangebot des Majorlabels Columbia.

Obwohl schon bei Columbia unter Vertrag musste Davis noch seinen bestehenden Vertrag bei Prestige erfüllen. Mit dem damaligen Quintett nahm er aus diesem Grund gleich vier Alben in nur zwei Tagen auf und arbeitete parallel daran noch an ´Round About Midnight, der ersten Veröffentlichung für Columbia.1959 enstand eines der wichtigsten Alben in Miles Davis´ Karriere: Kind of Blue. Neben seiner Relevanz für die Weiterentwicklung des Jazz (es gilt als beispielhaft für "modalen Jazz") ist es mit über sechs Millionen Einheiten eines der meistverkauften Jazzalben aIler Zeiten.

Aus der Zeit um Kind of Blue geht Davis´ zweites wichtigstes Quintett hervor: Die Besetzung mit Tony Williams (Schlagzeug), Ron Carter (Bass), Herbie Hancock (Klavier) und Wayne Shorter (Saxophon) bildete eine der hochkarätigsten der Jazzgeschichte überhaupt. Gleichzeitig war es auch das letzte rein akustische Ensemble.

Beeinflusst durch Bands wie The Byrds oder Jimi Hendrix, verlagerten sich Miles Davis´ musikalische Interessen immer mehr in Richtung Fusion. Davon zeugen etwa die Aufnahmen zu Miles in the Sky (1968), bei denen Gitarrist George Benson involviert war und Pianist Herbie Hancock erstmals ein elektrisches Piano verwendete. Höhepunkt dieser Phase bildet aber Bitches Brew (1970): Die Platte orientiert sich kaum mehr am klassischen Jazzsound: Miles Davis verstärkt seine Trompete und verwendet Effetgeräte und oft spielen bei den Stücken bis zu zwei Bassisten und drei Schlagzeuger gleichzeitig. Rhythmisch dominieren Elemente von Rock und Funk - Swing wird in den Hintergrund gedrängt.

Die Hinwendung zur Rockmusik brachte Miles Davis auch neuen Publikumsschichten näher. So spielte er etwa im Vorpogramm von Santana und der Steve Miller Band. Dies schreckte elitäre Jazzfans zwar ab, brachte ihn aber auf die größten Bühnen rund um den Globus. Das exzessive Touren schien aber der Gesundheit des Trompeters nicht gerade zuträglich gewesen zu sein und immer öfter musste er aus diesem Grund Pausen einlegen. Von 1975 bis 1981 zog er sich schlussendlich ganz zurück, wobei Drogen wieder einen festen Platz in seinem Leben einzunehmen begannen.

Die Rückkehr ins Musikbusiness war nach dieser langen Abstinenz von vielen (musikalischen wie auch persönlichen) Höhen und Tiefen begleitet. Das Comebackalbum The Man with the Horn (1981) brachte ihm nicht sehr viel Kritikerlob ein, doch das 1982 veröffentlichte Live-Album We want Miles erhielt einen Grammy. Dass Miles Davis auch in späten Jahren noch an modernen Entwicklungen interessiert war, zeigt sein letztes Album "Doo-Bop" (1991), dass er gemeinsam mit dem Hip Hop Produzenten Easy Mo Bee produzierte. Unbedingt zu erwähnen ist auch sein 1985er Album "You're under arrest" indem Miles nicht nur Jazz, Pop & Fusion genial kombiniert, sondern auch politische Statements über Rassismus, Umweltverschmutzung und Krieg ensprengselt. Besonders bekannt sind seine Adaptionen der bekannten Pop-Songs "Time after Time" (Cyndi Lauper) und Michael Jacksons "Human Nature".

Nachdem er Anfang der 1980er einen Schlaganfall erlitten und überwunden hatte, erlitt er 1991 einen weiteren und fiel kurz darauf ins Koma. Nachdem seine Familie beschlossen hatte die künstliche Lebenserhaltung zu stoppen, starb Miles Davis am 28. September 1991 und mit ihm einer der größten Innovatoren der Jazzgeschichte.

Kai Kappauf & Alexander Forstner

Hier geht's zur ausführlichen Miles Davis Biographie (8 Seiten !!!)

 

Riesenauswahl an Musik-Equipment zu kleinsten Preisen: Musikhaus Thomann Linkpartner

 

Jeder Jazz-Musiker kennt das Problem: Oft ist es schwierig an gute  Jazz-Noten heranzukommen. Früher wurden die Realbooks unter der Hand verkauft... gut, dass es da heute legale Möglichkeiten gibt sich mit Jazz-Standards einzudecken. Praktisch für den alltäglichen Umgang sind Songbooks, die Harmoniestruktur, Melodie und Text beinhalten... Gerade durch aktuell äußerst erfolgreiche Jazz-Sänger wie Rohger Cicero oder Michael Dublee hat z.B. der Biog Band Jazz und Swing wieder einen enormen Auftrieb bekommen und ist populär wie nie zuvor. Wer an das 1. Roger Cicero Songbook mit Noten & Text  (mit grandiosen Titeln wie "Zieh die Schuhe aus" oder "Kein mann für eine Frau"..) herankommen möchte findet dieses z.B. unter nachfolgendem Link: Roger Cicero Songbook / Noten "Männersachen"
und zum Album "Beziehungsweise" findet man hier die richtigen Noten Beziehungsweise Roger Cicero
  home service produkte FAQ impressum kontakt
 
Copyright © 2009, Jazz-lernen.de, All rights reserved